Unter der Herrschaft von Martino d'Aragone und der Königin Maria wurde Nicolò D'Amico der Seeraum zur Bewaffnung der Tonnara unter dem Schloss in der Bucht Ngonia zur Verfügung gestellt. Von 1818 bis 1756 war die Tonnara im Besitz verschiedener Familien, darunter Marullo und Bonaccorsi. Im Jahr 1970 ging sie in den Besitz von Don Girolamo Calapaj über, der sie zusammen mit der Familie D'Amico bis 1996 verwaltete. In diesem Jahr stellte die Tonnara ihre Tätigkeit ein.
Die Arbeit in den Thunfischnetzen begann im April mit dem üblichen "Auslaufen" ("nisciuta in chianu"). Nach der Segnung der Räumlichkeiten und des Personals wurden die Boote von den Schiffszimmerleuten repariert, während die anderen Arbeiter an der Überarbeitung der Netze arbeiteten. Der Thunfischfang war mit zahlreichen Booten ausgestattet, darunter die muciara, das Boot des Rais, auf dem eine Flagge gehisst war, deren Farbe die Art des gefangenen Fisches anzeigte: weiß für Schwertfisch, rot für Thunfisch; die 20 Meter langen palischermi ohne Masten, mit denen der Thunfisch an die Küste transportiert wurde; und die kleineren Boote, die die Netze und Werkzeuge transportierten. Die kleine Kirche, die vor kurzem restauriert wurde, diente als Lager für Netze und Seile während der Monate, in denen die Tonnara nicht in Betrieb war. Am Sockel der Votivtafel ist noch eine Marmorinschrift erhalten, die daran erinnert, dass das kleine Heiligtum 1907 "A Maria Consolatrice dai Marinari della Tonnara del Tono" errichtet wurde.Hinter der kleinen Kirche, in der das Simulakrum der Schwarzen Madonna von Tindari verehrt wird und in der vor kurzem eine elegante und reizvolle Pflasterung aus dem 18. Jahrhundert freigelegt wurde, kann man über eine steile Treppe zur Contrada Manica gehen, wo man von den Höhen des Vorgebirges einen weiteren atemberaubenden Blick auf 'Ngònia, das Schloss und die gesamte westliche Riviera genießen kann.
Heute befinden sich auf dem kleinen Platz der 'Ngònia in südlicher Richtung die alten, renovierten Lagerhäuser, die jahrhundertelang den Thunfischbooten Schutz boten. Dem Meer zugewandt stehen die Gebäude, die den Familien gehörten, die die Tonnara del Tono besaßen. 1815 wurde der Palast von Domenico Calapaj in Auftrag gegeben, wie aus einigen Inschriften in den Freisteinverzierungen hervorgeht, und von der Familie Calabrese renoviert.
Nicht weit von 'Ngònia entfernt befinden sich die niedrigen Gebäude der Residenz 'La Tonnara', die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde, um die Fabrik zur Herstellung von in Öl eingelegtem Thunfisch in Blechdosen zu beherbergen, in der vor allem die Ehefrauen der 'Tunìsi', wie die Bewohner des Viertels genannt werden, Arbeit fanden.